08.08.2025
Mit diesen 10 Tipps überwinden Sie die Angst vor dem MRT

Herzklopfen, Atemnot, Schweißausbrüche: die typischen Anzeichen von Klaustrophobie. Schon allein der Gedanke an die Enge der MRT-Röhre löst in vielen eine Panikattacke aus. Bei den einen ist es die Platzangst, bei den anderen die Angst vor dem MRT-Ergebnis.
Wer schon einmal Panik im MRT erlebt hat, erinnert sich oft noch lange an die belastenden Erfahrungen. Viele entwickeln deshalb sogar eine Angst vor der Angst und das schon lange vor der MRT-Untersuchung. Wichtig zu wissen:
Sie sind nicht allein! Bis zu 67 % der Patient*innen berichten über Angst oder Unbehagen während der MRT-Untersuchung.
BMC Psychiatry, 24, Artikel 633
Angst vor dem MRT – Die Ursachen
- Klaustrophobie (Engegefühl im MRT-Tunnel)
- Geräuschkulisse (bis zu 120 dB!) und Reizüberflutung bei ohnehin gestressten Menschen
- Bewegungsrestriktion
- Angst vor Diagnose oder Befund
Die Konsequenzen der Angst vor dem MRT
Die wohl schwerwiegendste Konsequenz der Angst vor dem MRT ist, dass Patient*innen notwendige Diagnostik meiden und so im schlimmsten Falle nicht frühzeitig behandelt werden können. Einige Patienten berichten davon, ein MRT wegen Panik abgebrochen zu haben. Die dadurch versursachten Kosten lösen ein schlechtes Gewissen aus.- Abbrüche bzw. Wiederholungen von MRT-Untersuchungen
- Erhöhte Kosten und Zeitaufwand
- Reduzierte Bildqualität durch Bewegung während der Aufnahme
- Patient*innen meiden notwendige Diagnostik
Mit diesen Tipps überwinden Sie Ihre Angst vor dem MRT
1. Ausführliches Vorgespräch
Lassen Sie sich vom medizinischen Personal genau erklären, wie das MRT abläuft. Wenn Sie wissen, was Sie erwartet, fühlt es sich oft weniger bedrohlich an. Trauen Sie sich, Fragen zu stellen. Gute Ärzte nehmen sich die Zeit für Sie. Besonders auf Angstpatienten spezialisierte Radiologien nehmen Ihre Sorgen ernst.
👉🏼 Auf Angstpatienten spezialisierte Radiologie
2. Über die Angst vor dem MRT sprechen
Sagen Sie den Radiologie-Mitarbeitern, dass Sie nervös sind. Sie sind darauf geschult, auf Ängste einzugehen, und können Ihnen extra Zeit oder Pausen geben.
Dr. med. Heüveldop ist Fachärztin für diagnostische und interventionelle Radiologie in Düsseldorf. Mit über 10 Jahren Erfahrung mit Angstpatient*innen weiß sie, was wirklich hilft:
„Vor allem hilft Empathie statt Routine: Wir hören zu und nehmen Ihre Ängst ernst. Während der gesamten Untersuchung sind wir per Mikrofon und Kamera mit Ihnen verbunden. Sie hören uns und wir hören Sie.“
3. Entspannungstechniken üben
Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation helfen, Herzschlag und Gedanken zu beruhigen. Üben Sie am besten schon vor dem Termin. Auch Yoga oder Meditation helfen dabei, den Fokus auf den gegenwärtigen Moment und die eigenen Körperempfindungen zu lenken.
4. Entspannt in den Tag starten
Der Tag der MRT-Untersuchung ist gekommen. Wie Sie die erste Stunde nach dem Aufwachen verbringen, hat Auswirkungen auf den gesamten Tagesverlauf. Viele greifen direkt zum Handy, scrollen Instagram und Nachrichten durch. Doch die sozialen Medien sind voll von negativen Nachrichten. Das nennt man auch Doomscrolling, also das exzessive Konsumieren von negativen Nachrichten. So wachen Sie schon mit einer negativen Grundstimmung auf. Auch das hat einen enormen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden und fördert die Angst vor dem MRT.
Deshalb: Starten Sie bewusst ohne soziale Medien in den Tag. Trinken Sie einen Beruhigungstee und meiden Sie Kaffee. Dieser kann die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin fördern.
5. Ablenkung während der MRT-Untersuchung
Vielen Angstpatient*innen hilft Entspannungmusik oder ein spannender Podcast auf dem Weg zur Untersuchung. Auch hier gilt: verzichten Sie auf ernste Themem im Podcast und meiden Sie Musik mit schnellen Rhythmen, die den Puls steigern.
Wussten Sie, dass viele Hightech-MRTs mit einem Entertainment-System ausgestattet sind? So können Sie während der Untersuchung Beruhigungsmusik hören und z.B. Naturaufnahmen schauen.
Zudem sind moderne MRTs mit einem speziell entwickelten Lichtsystem ausgestattet. Die Farben und Helligkeit können je nach Wunsch angepasst werden – von warmem, beruhigendem Licht bis hin zu frischen, aufhellenden Tönen. Gerade für Menschen mit Engegefühl oder Angst vor der Röhre ist dies ein wichtiger Aspekt: Denn die richtige Lichtstimmung vermittelt ein Gefühl von Weite, Kontrolle und Sicherheit.
Das hilft, den Blick auf* etwas Positives* zu richten und die Angst vor dem MRT für einen Moment zu vergessen.
„Ob sanfte Entspannungsmusik, klassische Klänge oder moderne Chillout-Playlists – unsere Musikauswahl schafft eine ruhige Atmosphäre, die Körper und Geist entspannen lässt. Viele unserer Patientinnen und Patienten berichten, dass sie durch die Musik regelrecht vergessen haben, dass sie sich in einem MRT befinden.“, so Dr. med. Heüveldop.
6. Jede Panikattacke geht vorüber
Machen Sie sich vor allem eines bewusst: Jede Panikattacke geht vorbei. Auch wenn es sich während einer Panikattacke nicht so anfühlt, aber sie wird wieder vergehen. Erinnern Sie sich daran, dass Ihr Körper in einer Panikattacke lediglich in einen „Alarmmodus“ schaltet, um Sie vermeintlich zu schützen. Diese Reaktion ist unangenehm, aber nicht gefährlich.
Die Angst vor dem MRT kann überwältigend wirken, besonders, wenn Sie in der Röhre liegen und die lauten Geräusche hören. Doch so intensiv diese Gefühle auch sein mögen, sie sind nicht lebensbedrohlich. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, diesen Zustand nur vorübergehend aufrechtzuerhalten.
7. Augen schließen
Viele Menschen finden es deutlich leichter, gar nicht erst wahrzunehmen, wie es im Inneren eines MRTs aussieht. Schließen Sie deshalb die Augen, bevor Sie in die Röhre gefahren werden, und lassen Sie sie während der gesamten Untersuchung geschlossen. Falls Ihnen das reine Schließen der Augen schwerfällt, kann eine Augenmaske oder ein Tuch helfen. Manche Radiologiepraxen bieten diese an.
8. Beruhigungsmittel erwägen
Viele Patient*innen berichten von positiven Erfahrungen mit Beruhigungsmitteln bei Angst vor dem MRT. Sie wirken angstösend und muskelentspannend. Vor allem bei starker Platzangst und Klaustrophobie. Sprechen Sie die Einnahme von z.B. Tavor vor der MRT-Untersuchung jedoch unbedingt mit einem Arzt ab. Es ist ohnehin verschreibungspflichtig.
9. Offenes MRT für Angstpatienten
Moderne Geräte wie der 1,5-Tesla-Magnetresonanztomograph bietet einen Röhrendurchmesser von 70 cm. Viele haben vor allem beim Bereich des Kopfes Angst vor dem MRT. Ein großer Röhrendurchmesser ermöglicht einen freieren Blick. In vielen Fällen kann der Kopf sogar außerhalb des Geräts bleiben.
10. An das Ziel denken
Visualisieren Sie, was Sie nach dem MRT machen: z. B. ein Treffen mit Freunden oder ein Besuch beim Lieblingsrestaurant. So haben Sie einen „mentalen Anker“. Sie können auch an das Gefühl denken, wenn die Untersuchung vorbei ist: Erleichterung, Stolz und vielleicht ein bisschen Freude darüber, dass Sie sich der Situation gestellt haben. Erinnern Sie sich: Jede Minute im MRT bringt Sie näher zu mehr Klarheit über Ihre Gesundheit.