In solchen Situationen fragen sich viele Patientinnen und Patienten, ob eine PRP-Behandlung helfen kann. PRP steht für plättchenreiches Plasma, also aufbereitetes Eigenblut mit einer hohen Konzentration an Blutplättchen und deren Botenstoffen, das gezielt in das betroffene Gewebe gespritzt wird. Im MVZ Ortho Königsallee, einem Fachzentrum für Orthopädie, Neurochirurgie und Radiologie direkt auf der Königsallee, haben wir diese Verfahren in Düsseldorf vor über 20 Jahren mitentwickelt. Auf dieser Seite erklären wir ehrlich, wo PRP wirkt, wo die Grenzen liegen und für wen es sinnvoll ist.
PRP-Behandlung auf einen Blick
Bevor wir ins Detail gehen, hier die wichtigsten Eckpunkte kompakt zusammengefasst, damit Sie schnell einschätzen können, ob dieses Verfahren zu Ihrer Situation passt.
Was PRP ist: eine Injektionstherapie mit aufbereitetem Eigenblut, ganz ohne zugesetzte Medikamente.
Typische Anwendungen: Kniearthrose, chronische Sehnenreizungen, Sportverletzungen und Facettengelenk-Arthrose.
Ablauf: Blutentnahme, Aufbereitung in der Zentrifuge, gezielte Injektion, meist vier bis sechs Sitzungen im Wochenabstand.
Wirkungseintritt: die volle Wirkung ist etwa sechs Wochen nach der letzten Injektion zu erwarten und hält häufig Monate bis Jahre.
Sicherheitsprofil: da körpereigenes Material verwendet wird, sind Unverträglichkeitsreaktionen selten.
Für wen sinnvoll: bei früher bis mittelgradiger Gelenkabnutzung, chronischer Sehnenreizung oder Sportverletzung, wenn konservative Therapien nicht ausreichend geholfen haben.
Terminbuchung: online über Doctolib, telefonisch oder per E-Mail.
Was ist PRP und wie wirkt plättchenreiches Plasma?
PRP bedeutet plättchenreiches Plasma, im Deutschen auch als Eigenbluttherapie oder ACP (autologes konditioniertes Plasma) bekannt. Grundlage ist Ihr eigenes Blut, aus dem in einem speziellen Verfahren die Blutplättchen und ihre Botenstoffe konzentriert werden.
Blutplättchen (Thrombozyten) kennen die meisten Menschen als Bausteine der Blutgerinnung. Weniger bekannt ist, dass sie Wachstumsfaktoren freisetzen, also Botenstoffe, die Reparaturvorgänge im Gewebe anstoßen. Zu diesen zählen unter anderem PDGF (fördert Zellwanderung und Zellteilung), TGF-β (unterstützt den Gewebeumbau), VEGF (regt die Bildung neuer kleiner Blutgefäße an), EGF, IGF und FGF. Eine Übersicht zu den Funktionen dieser Wachstumsfaktoren ordnet jedem Botenstoff eine eigene Rolle im Heilungsprozess zu.
Warum lohnt sich das Konzentrieren? Fachpublikationen beschreiben Wachstumsfaktoren als biologisch aktive Signalpeptide, die Gefäßneubildung, Umbau der Gewebematrix und Anlockung von Reparaturzellen fördern. Eine höhere örtliche Dosis dieser Signalmoleküle soll die körpereigene Reparatur gezielter unterstützen.
Ein kurzer Hinweis zur Abgrenzung: PRP wird auch in der Dermatologie eingesetzt, etwa zur Hautverjüngung. Auf dieser Seite geht es ausschließlich um die orthopädische Anwendung an Gelenken, Sehnen und der Wirbelsäule.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen unseres Facharztteams in Düsseldorf
PRP / ACP als Behandlungsoption bei Facettengelenk-Arthrose
Bei Patientinnen und Patienten mit Facettengelenk-Arthrose zeigte die Behandlung mit ACP (Autologem Conditioniertem Plasma) vielversprechende Ergebnisse. Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass etwa 75-80 % der Behandelten mittel- bis langfristig von einer Reduktion der Schmerzen sowie einer Verbesserung der Alltagsaktivität profitieren können, ohne die potenziellen Nachteile wiederholter Kortisonanwendungen in Kauf nehmen zu müssen.
Eigenbluttherapie mit ACS bei Kniearthrose
In einer hochwertigen klinischen Studie mit 376 Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose führte die Behandlung mit Orthokine® (Autologes konditioniertes Serum, ACS) zu einer deutlich stärkeren Verbesserung von Schmerzen, Gelenkfunktion und Lebensqualität als Hyaluronsäure oder Placebo. Die positiven Effekte hielten über mehrere Monate an, während die Verträglichkeit mit der Placebo-Behandlung vergleichbar war. Die Ergebnisse zeigen, dass ACS eine wirksame biologische Behandlungsmöglichkeit bei Kniearthrose darstellt.
Eine neue Behandlungsmöglichkeit bei Hüftarthrose: Klinische Evidenz für die Wirksamkeit von autologem konditioniertem Serum (ACS)
In dieser Studie mit 119 Patientinnen und Patienten mit Hüftarthrose führte die Behandlung mit autologem konditioniertem Serum (ACS, Orthokine®), einer speziellen Eigenbluttherapie, zu einer deutlichen und statistisch signifikanten Schmerzreduktion über einen Beobachtungszeitraum von rund 14 Monaten. Rund 79 % der behandelten Hüften zeigten eine relevante Verbesserung der Beschwerden. Zusätzliche Kortison- oder Anakinra-Injektionen steigerten den Behandlungserfolg nicht, in fortgeschrittenen Arthrosestadien war ACS allein teilweise sogar wirksamer.
PRP-Eigenbluttherapie bei Rückenschmerzen durch Facettengelenk-Arthrose
In dieser prospektiven Studie mit 78 Patientinnen und Patienten führte die Behandlung mit PRP/ACP (Plättchenreichem Plasma aus Eigenblut) bei chronischen Schmerzen der Facettengelenke der Lendenwirbelsäule zu einer signifikanten und langanhaltenden Beschwerdelinderung. Die Schmerzwerte verbesserten sich von durchschnittlich 5,9 auf 2,8 Punkte innerhalb eines Jahres, während die Einschränkungen im Alltag um etwa 50 % zurückgingen. Im Vergleich zu Injektionen mit Lokalanästhetika zeigte PRP/ACP insbesondere ab der 6. Woche bis zum 12. Monat deutlich bessere und länger anhaltende Ergebnisse.
Wie PRP/ACP die Regeneration im Knie fördert: Nachweis biologischer Effekte im Gelenk
In dieser kontrollierten klinischen Studie konnten erstmals direkte biologische Veränderungen im Kniegelenk nach einer PRP-/ACP-Eigenbluttherapie nachgewiesen werden. Die Behandlung führte zu einer verstärkten Bildung von Lubricin, einem wichtigen Gelenkschmierstoff, sowie zu einer messbaren Reduktion entzündlicher Prozesse und Hinweisen auf die Aktivierung körpereigener Reparaturmechanismen. Die Ergebnisse liefern eine mögliche biologische Erklärung dafür, warum viele Patientinnen und Patienten nach einer PRP-/ACP-Behandlung langfristig von weniger Schmerzen und einer verbesserten Gelenkfunktion profitieren.



